Golf. Newsblog. Branchentrends.

Bilder für die Ewigkeit: Sportfotograf Karl-Heinz Beggel
Ganz nah dran an den Sportstars
(07.06.2026) Sportfotograf Karl-Heinz Beggel kommt dahin, wovon andere träumen: Nicht nur zu besonderen Orten, sondern eben auch "behind the ropes". Das erlaubt ihm nicht nur spektakuläre Einblicke und Perspektiven, so lernt er auch viele Sportstars hautnah kennen. So wie in Shanghai (China) bei den BMW Masters 2012, wo er während seiner Teilnahme als Spieler an dem ProAm-Turnier unter anderem mit den mehrfachen Major-Siegern Rory McIlroy und Martin Kaymer fachsimpeln konnte. Denn der gebürtige Schwabe Karl-Heinz Beggel, in der Szene bekannt unter "KHB", ist selbst ein erstklassiger Golfer mit einstelligem Handicap. GOLFKIDS.FUN traf KHB im Juni 2026 im Royal Homburger Golf Club bei Frankfurt am Main.
Du sagst "Momente sind für den Augenblick - Bilder für die Ewigkeit". Neben Tennis, Snooker und Formel 1 Motorsport begeistern besonders deine Golfbilder. Wie bist du zur Sportfotografie gekommen und nicht etwa zu Wildlife, Landschaft oder Porträts?
Zur Fotografie bin ich schon in sehr jungen Jahren gekommen. Bereits im Alter von 10 Jahren - wir sprechen also von dem Jahr 1978 - hatte ich mir regelmäßig die Kamera von meinem Vater genommen und bin auf Motivjagd gegangen. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine digitale Fotografie und in die Kamera wurde ein Film eingelegt, mit welchem dann 36 Bilder gemacht werden konnten. Der Film wurde anschließend in ein Labor geschickt und nach einer Woche hatte man dann die fertigen Bilder. Das hat natürlich die Disziplin gefördert, sich selektiv für die Motive zu entscheiden, welche ein Bild auch verdient hatten.
Das ist heutzutage zum Glück anders und mit den digitalen Kameras oder Smartphones können fast beliebig viele Bilder gemacht werden, was speziell in der Sportfotografie sehr von Vorteil ist.
Da ich in meiner Jugend ebenfalls ein sehr aktiver Sportler im Tennis und Snooker war, lag es nahe, dass ich in diesen Bereichen auch meine ersten Erfahrungen in der Sportfotografie gesammelt habe. So konnte ich beide Leidenschaften miteinander verbinden und die ersten Momente für die Ewigkeit sind entstanden.

Mein erstes Turnier, in welchem ich zu dem Spielerbereich Zugang hatte, war das Tennisturnier am Hamburger Rothenbaum im Jahr 1992, wo ich Mitglied des Besaitungsteams gewesen bin. Die Spieler hatten zu uns ihre Tennisschläger gebracht, welche wir dann neu bespannt haben. Diese Zeit hatten die Spieler genossen, da sie sich auf der Anlage eine Auszeit von den Fans nehmen konnten. Hier kamen dann die ersten Kontakte zu den Topstars der Szene zustande.
Um die Eingangsfrage noch abzuschließen: Natürlich bin ich mit meiner Kamera auch auf anderen Terrains vertreten und so kommt das ein oder andere Portrait auch zustande.
Die großen Sportereignisse verteilen sich über die ganze Welt. Du kommst also ganz schön rum. Hast du ein Lieblings-Event oder einen Sehnsuchtsort?
Ich liebe es an Orten zu sein, wo die Sonne scheint und es schön warm ist. Das ist glücklicherweise bei den Outdoor-Sportarten, wie Tennis und Golf, sehr oft der Fall. Da ich 11 Jahre in Asien gelebt hatte (Shanghai, Hongkong und Singapur) boten sich Events in dieser Region natürlich an. In der Tat habe ich aber kein spezielles Lieblingsevent und bin an vielen Orten sehr gerne - aber ich mag persönlich Asien sehr gerne.
Verrate uns doch bitte: Wie sind die Sportstars so in direktem Kontakt? Wer hat dich am meisten beeindruckt?
Die Sportstars sind ganz normale Menschen wie Du und Ich und sie genießen es auch, sich mal über andere Dinge zu unterhalten, die nicht in direktem Zusammenhang mit dem Sport stehen. So erfährt man auch, welche Hobbies diese Sportler haben oder was sie in ihrer Freizeit so unternehmen. Man darf eben nicht vergessen, dass die Ausübung des Sports ein sehr harter Beruf ist und viel Disziplin verlangt. Daher ist eine Abwechslung genauso wichtig, wie eine gute Regeneration.
So ist man manchmal bei den Antworten verblüfft, mit welchen Hobbies sich die Athleten so die Zeit vertreiben. Da ist alles dabei, von der Malerei über das Kochen bis hin zu Brettspielen. Bei vielen steht aber die Playstation ganz oben auf der Liste. Manch einer bevorzugt hier alleine zu sein, andere hingegen verbringen die Freizeit auch gerne mit anderen Sportlern, da man sich auf der Tour über das ganze Jahr begegnet und sich somit auch Freundschaften gebildet haben.
Wir "Normalos" kommen ja nicht überall dorthin, wo du fotografierst oder filmst. Sicher musst du dich bei Sportevents auch anmelden. Kannst du uns trotzdem einen Tipp geben, wo und wie gute Sportbilder entstehen?
Bei den großen Sportereignissen gibt es strenge Akkreditierungsverfahren und man muss sich im Vorfeld bewerben. Manchmal braucht es eben auch ein wenig Glück, um einen der begehrten Plätze zu bekommen. Wenn man dann eine Lizenz zum Fotografieren erhalten hat ist es von Vorteil, wenn man sich auch für diese Sportart interessiert. So kann man sich bereits vor dem geistigen Auge vorstellen, was ein gutes Motiv ist oder was als nächstes passieren könnte.
Ein Beispiel hierfür war beim Formel 1 Rennen in Shanghai. Dort hatte ich während eines Boxenstopps einen Mechaniker beobachtet, der nach der Ausfahrt des Wagens die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hat. Ich wusste also, dass bei dem Boxenstopp etwas nicht nach Plan verlaufen ist und exakt zwei Kurven später ist dem Rennboliden das hintere Rad weggeflogen. Diesen Augenblick konnte ich mit meiner Kamera einfangen. Das war Antizipation oder einfach nur Glück.

US-Golfprofi Jordan Spieth, Partner der Under Armour Junior Tour, eingefangen von Karl-Heinz Beggel.

Links oben ist es gerade noch zu sehen: Das abgerissene Hinterrad des Formel 1 Boliden. Im perfekten Moment fotografiert.

Martin Kaymer und "KHB" Karl-Heinz Beggel beim BMW Masters in Shanghai. Bilder: © KHB World
Vielen Dank, lieber KHB, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Dein nächstes Sportereignis - die Bad Homburg Open (Tennis) - wartet schon für weitere Bilder für die Ewigkeit.
