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Golfcarts auf dem Golfplatz: Funfaktor oder unnötiger Luxus
Wer wann und wo fahren darf, wofür Golfcarts gut sind
(11.10.2026) Golfcarts befördern Sportlerinnen und Sportler mit ihrer Golfausrüstung Kräfte schonend über den Golfplatz. Sie sind heute meist elektrobetrieben. Manchmal werden sie auch Buggy, Golfcar oder Clubcar genannt.
Ob du in Deutschland und Europa Golfcarts fahren darfst, hängt von deinem Alter ab und wo du damit fährst. Auf öffentlichen Straßen musst du 18 Jahre alt sein und einen Führerschein haben. Außerdem muss das Cart für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen sein. Auf Golfplätzen entscheidet der Golfclub, wer ein Golfcart fahren darf. Einige Clubs regeln das sogar in ihren Platzordnungen. Theoretisch dürfen (fast) alle, praktisch aus Haftungsgründen dann doch nicht. Fast überall gilt eine Altersbeschränkung ab 18 Jahre, seltener schon ab 16. Bei der Ausleihe der Golfcarts wird darauf hingewiesen.
Ob Golfcarts unnötiger Luxus sind, ein echter Funfaktor oder einfach nur ein sinnvolles Hilfsmittel - da gehen die Meinungen auseinander. Fakt ist: Auf Kinder wirken sie faszinierend und wenn Kondition und Körper noch nicht oder nicht (mehr) ganz so mitspielen, ermöglichen Golfcarts auch anspruchsvolle 18-Loch-Runden. Gerade auf bergigen Plätzen mit langen Wegen oder bei hohen Temperaturen sind sie durchaus beliebt. Außerdem sorgen Golfcarts für ein schnelleres Spiel auf dem Platz.
Bei Turnieren entscheidet die Spielleitung, ob und wann Golfcarts zugelassen sind. Regelmäßig ist das nur der Fall, wenn ein ärztliches Attest oder ein Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen "G" (für geheingeschränkt) vorgelegt wird. Da es keine generelle Regelung gibt, kommt es auf die Turnierausschreibung an.
Wie sieht ein Golfcart aus?
Überwiegend sind Golfcarts Zweisitzer, was bei kleineren dreiköpfigen Familien schon mal ärgerlich sein kann. Hinten passen zwei Golfbags drauf, vorne gibt es Ablagefächer, Tee-, Ball- und Flaschenhalterungen. Das Lenkrad hat einen Cliphalter für Scorekarte und Bleistift. Eine häufig aufklappbare Windschutzscheibe sorgt für Regen-, Fahrtwind- und Insektenschutz. Das Cart ist überdacht und hat hinten eine Folie, die bei Regen die Schläger und das Bag schützt. Hinter den Sitzen befindet sich ein größerer Ablagekorb.
Bewegt und gestoppt wird ein Golfcart mit Gas- und Bremspedal, zum Parken sichert eine Feststellbremse im Pedal das Cart vor unbeabsichtigtem Wegrollen. Per Schalter kann zwischen vorwärts und rückwärts gewählt werden.

Was für Golfcarts gibt es?
Heute sind vielfach E-Carts mit 3 bis 5 PS verbreitet, die meist zwischen 19 und 25 km/h schnell sind. Immer seltener sind benzinbetriebene Carts mit 8 bis 12 PS zu sehen, die etwa im Greenkeeping oder für das Platzcatering eingesetzt werden. Größere Transportermodelle können auch schon mal 10 bis 20 PS stark sein.
Noch nicht so verbreitet sind Cartvarianten wie vierrädrige Golf-Scooter mit Sitz, wo das Bag vorne festgeschnallt wird, oder zweirädrige Segway, auf denen man steht.
Preislich können Golfcarts je nach Ausstattung gut und gerne um die 10.000 Euro oder sogar darüber liegen.

Manche Golfcarts haben Extras!
Beliebt sind kleine Monitore mit GPS (Erklärung). Sie zeigen nicht nur Platzinformationen, Distanzen und geben Spieltipps für die aktuelle Spielbahn. Auf einer digitalen Scorekarte lassen sich auch Spielergebnisse eintragen. Andererseits warnt und stoppt mitunter das Golfcart, wenn man irgendwo hinfährt, wo es nicht erlaubt ist.
Gut ausgestattete Carts - vor allem im Sommer - haben überdies hinten links und rechts Zusatzausstattungen. Das können eine mit Eis gefüllte Kühlbox, eine Sandflasche, um unterwegs herausgeschlagene Divots aufzufüllen, oder Ball- oder Schlägerwäscher sein. Eher selten sind Blinker und Hupen.

Wie fahre ich das Golfcart auf dem Platz?
Viele Clubs erlauben heute nicht mehr, überall auf den Fairways zu fahren. Etwa 30 Meter vor dem Grün ist ohnehin Schluss. Wo Wege vorhanden sind, sollte vorrangig dort gefahren werden und erst auf Ballhöhe - sofern eben erlaubt - auf dem Fairway zum Ball. Das nennt sich auch 90-Grad-Regel. Abschläge, Bunker, Vorgrüns und Grüns sind wie für Trolleys ohnehin tabu.
Apropos Ballhöhe: Genau wie zu Fuß ist das die „Stopplinie“, um vor Fehlschlägen sicher zu sein. Achtung bei größeren Schräg- oder Hanglagen: Golfcarts können umkippen, rutschen/driften und sich ungebremst beim Parken an solchen Stellen selbstständig machen.

